Zwischen Umweltschutz und neuen Perspektiven
Ein Erfahrungsbericht der Freiwilligen Elke über ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei Repensar Mosambik.
Im Rahmen des „weltwärts“ Freiwilligendienstes habe ich zehn Monate lang in Mosambik gelebt und gearbeitet, während meiner Zeit dort habe ich an verschiedenen Umweltprojekten teilgenommen und viel über den Alltag und die Kultur der Menschen gelernt. Diese Erfahrungen haben mich stark geprägt und meine Sicht auf globale Zusammenhänge und auf das Land verändert.
Anfangs habe ich hauptsächlich praktische Arbeit im Umweltschutz getätigt. Ich habe mit meinen Kolleginnen Müll am Strand gesammelt, Abfälle sortiert und für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Wir haben auch Mangrovenbäume gepflanzt und bei Projekten im Küstenschutz geholfen. Bei Veranstaltungen habe ich geholfen, Materialien und Lebensmittel zu verteilen und beim Auf- und Abbau zu unterstützen.
Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen
Ein wichtiger Teil meiner Arbeit war die Umweltbildung. Ich bin mit meinen Kolleginnen in Schulen gegangen, um mit Kindern und Jugendlichen über Umweltschutz zu sprechen. Später, als ich nach Maputo gezogen bin, konnte ich mehr Verantwortung übernehmen. Ich habe mit einem anderen Freiwilligen eine außerschulische Aktivität für Schulkinder geleitet. Wir haben Themen wie die Fotosynthese, den Treibhauseffekt und den Klimawandel behandelt. Es war besonders schön, mit den Kindern über ihre Ängste, Hoffnungen und Ideen für den Umgang mit Umweltproblemen zu sprechen. Wir haben auch an Müllsammelaktionen am Stadtstrand von Maputo teilgenommen und die Menschen dazu ermutigt, ihren Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen.






Was ich über Zeit, Gemeinschaft und Kultur gelernt habe
Neben der Arbeit waren persönliche Erfahrungen ein wichtiger Teil meines Jahres in Mosambik. Das Leben in einer Gastfamilie war sehr anders als mein Leben in Deutschland. Ich habe mich an die enge Zusammenarbeit und das Teilen von Essen, Platz und Zeit gewöhnt. Die Willkommenskultur in Mosambik ist den Menschen sehr wichtig, alle Freunde und Familienmitglieder sind jederzeit willkommen und es wird immer Essen und Getränke angeboten. Selbst nachdem meine Gastfamilie nach den verheerenden Überflutungen im Januar 2026 nicht viel hatte, wurden erstmal Freunde eingeladen, um zusammen zu essen und zu feiern.
Im Arbeitsalltag habe ich auch andere Vorstellungen von Zeit und Zusammenleben kennengelernt, da an manchen Tagen Zeit einfach verstrichen ist, um sich zu entspannen. Solche Dinge waren anfangs herausfordernd, aber sie haben mir geholfen, meine eigenen Gewohnheiten und Erwartungen zu überdenken. Durch die Zeit nach der Arbeit an den Wochenenden mit meinen Kolleginnen habe ich auch die traditionelle Musik und das Tanzen kennengelernt, was zu einem wichtigen Teil meines Lebens in Mosambik wurde.
Es war besonders lehrreich, die Zusammenhänge zwischen sozialen und ökologischen Herausforderungen zu sehen. Gleichzeitig aber wurde deutlich, dass Umwelt- und Klimaschutz oft hinter existenziellen Bedürfnissen zurückstehen
müssen. Zum Beispiel werden Mangrovenwälder oft als Brennholz genutzt, weil den Menschen keine Alternative bleibt. Dabei sind Mangrovenwälder extrem wichtig in der Bekämpfung des Klimawandels und im Küstenschutz. Insbesondere für ein Land wie Mosambik, welches jährlich von Zyklonen getroffen wird, ist der Küstenschutz unverzeihlich. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie eng soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit miteinander verbunden sind.
Was ich aus meinem Freiwilligendienst mitnehme
Durch mein Jahr in Mosambik habe ich meine Sprachkenntnisse verbessert, kulturelle Unterschiede besser verstanden und viele meiner eigenen Vorurteile durch persönliche Begegnungen ersetzt. Ich habe gelernt, offener auf Menschen zuzugehen und unterschiedliche Perspektiven stärker zu berücksichtigen. Mein Wunsch, mich mit globaler Entwicklung auseinanderzusetzen und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen, ist gestärkt worden und die Verbindung von Umweltfragen mit sozialen Herausforderungen beschäftigt mich noch immer. Die Erfahrungen dieses Jahres werden mich auch in Zukunft begleiten und meinen weiteren Weg beeinflussen.
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- Veröffentlicht am: 14. August 2026
- Autor: ADRAlive!- Freiwillige


