Gruppenfoto von Mitarbeitenden und Freiwilligen des Centre for Women, Children and Youth Development (CWCD) in Arusha vor dem Eingang der Organisation

Mein Freiwilligendienst bei CWCD in Arusha

Ein Erfahrungsbericht der Freiwilligen Stella über ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei CWCD in Tansania.

Als ich im August 2025 nach Tansania gekommen bin, wusste ich ehrlich gesagt noch gar nicht genau, was in diesem Jahr alles auf mich zukommen würde und was ich im Grunde erwarte. Natürlich wusste ich, dass ich meinen Dienst an einer Grundschule in Arusha absolvieren würde und hatte (wie wahrscheinlich jeder zu Anfang) den Wunsch, schnell Anschluss an die Kultur und Menschen und vor allem Freunde zu finden. Also erwartete ich voll Spannung und Freude das Kommende, machte mir aber auch viele Sorgen, dass alles schief laufen könnte. Aber so schnell wie die Zeit bis zur Ausreise verging, vergingen auch die ersten Wochen nach der Ankunft und vor allem die ersten Arbeitstage.

Am Anfang habe ich ungefähr einen Monat an der Alhebije Pre and Primary School in Mianzini gearbeitet. Dort habe ich die Lehrkräfte im Unterricht unterstützt, sie vertreten, in den Pausen mit den Kindern gespielt sowie Lernmaterialien und Plakate gestaltet.
Nach diesem ersten Monat habe ich jedoch gemerkt, dass ich mich gerne noch vielseitiger einbringen möchte und mich insbesondere die soziale und organisatorische Arbeit interessiert. Deshalb habe ich einen Projektwechsel beantragt und konnte zum Centre for Women, Children and Youth Development (CWCD) unter der Leitung von Mama Hindu wechseln. Rückblickend war das für mich genau die richtige Entscheidung, wenngleich es sich von meinen anfänglichen Vorstellungen deutlich unterschied.

Zwischen Büroarbeit, Workshops und Community Visits

Bei CWCD war meine Arbeit sehr abwechslungsreich. Einen großen Teil meiner Zeit habe ich im Büro verbracht. Ich habe mit einer Mitfreiwilligen Berichte geschrieben, Daten gesammelt und organisiert, bei der Dokumentation geholfen und verschiedene Projekte mit vorbereitet. Gleichzeitig war ich aber auch viel außerhalb des Büros unterwegs. Ich habe Präsentationen und Workshops an verschiedenen Schulen unterstützt und dabei über Themen wie psychische Gesundheit, Hygiene während der Periode, gewaltfreie Erziehung, ein sicheres Schulumfeld und Selbstständigkeit gesprochen. Also ein ganz breites Spektrum, welches Themen für Kinder, Jugendliche und Eltern beinhaltet. Ein großer Fokus lag darauf, wirtschaftliche Absicherungssysteme in den Communities herzustellen oder die Priorität von Eltern-Kind Beziehungen hervorzuheben.

Dazu kamen Community Visits, verschiedene Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Schulen, Lehrkräften, Kindern, Jugendlichen und anderen Menschen aus den Communities. Besonders schön fand ich, dass ich mit der Zeit immer selbstständiger wurde und nicht nur Aufgaben zugeteilt bekommen habe, sondern auch eigene Ideen einbringen konnte.

Ein Projekt, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war unser Projekt zum Day of the African Child. Dafür haben wir Fundraising für Menstruationsprodukte für Mädchen in Arusha betrieben und diese dann an mehreren Schulen verteilt. Das war für mich ein wichtiges Thema, weil ich dabei noch einmal gemerkt habe, wie eng Gesundheit, Bildung und der Alltag von Kindern miteinander verbunden sind.

Mitarbeitende und eine Freiwillige von CWCD bei einem Workshop mit Schülerinnen und Schülern in einem Klassenraum in Arusha
Eine Freiwillige überreicht einer Schülerin Menstruationsprodukte im Rahmen eines CWCD-Projekts an einer Schule in Arusha

Freundschaften, Begegnungen und ein neues Zuhause auf Zeit

Aber mein Freiwilligendienst bestand natürlich aus viel mehr als nur Arbeit. Das Schönste an diesem Jahr waren für mich wahrscheinlich die vielen Menschen, die ich kennenlernen durfte. Ich habe neue Freundschaften geschlossen, unglaublich viel gelacht, viele neue Orte gesehen und einfach ein ganz anderes Leben kennengelernt. Manche Menschen, die ich in Tansania getroffen habe, sind mir in diesem Jahr wirklich sehr ans Herz gewachsen.

Auch mein Swahili hat sich während des Jahres sehr verbessert. Am Anfang war vieles noch ungewohnt, aber irgendwann konnte ich mich immer besser unterhalten und habe gemerkt, dass mir die erlernten Sprachfähigkeiten sehr geholfen haben, mich noch tiefer mit den Menschen und dem Leben hier verbunden zu fühlen. Ich war überrascht, wie leicht es mir fiel, Swahili zu erlernen. Es fühlte sich für mich fast wie

Was ich aus meinem Freiwilligendienst mitnehme

Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, kann ich vor allem sagen, dass ich eine wunderschöne Zeit hatte. Natürlich gab es auch schwierige und herausfordernde Momente, aber gerade dadurch bin ich selbstständiger, offener und geduldiger geworden. Ich habe viel über andere Menschen, über Tansania, über mich selbst gelernt und das Leben gelernt.
Tansania ist für mich mittlerweile viel mehr als nur das Land, in dem ich ein Jahr lang meinen Freiwilligendienst absolvieren durfte. Ich habe hier so viele Erinnerungen und Menschen zurückgelassen, die mir wichtig geworden sind, dass ich weiß, dass ich nicht zum letzten Mal hier gewesen sein werde . Ein Teil meines Herzens gehört inzwischen Tansania und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich schon bald wieder zurückkommen werde.

Mein Freiwilligendienst endet zwar mit meiner Rückkehr nach Deutschland, aber für mich fühlt es sich nicht wie ein endgültiger Abschied an.

Sechs Frauen in farbenfroher Kleidung stehen gemeinsam für ein Gruppenfoto in Arusha

Teilen auf: