Schülerinnen und Schüler von The Baobab Home sitzen gemeinsam mit Freiwilligen im Schatten großer Bäume neben einem Schulbus

Ein Jahr unter der tansanischen Sonne – Mein Freiwilligendienst bei The Baobab Home in Bagamoyo, Tansania

Ein Erfahrungsbericht der Freiwilligen Nele über ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei The Baobab Home in Tansania.

Bei The Baobab Home gibt es zwei verschiedene Arbeitsbereiche: die Schule und die nachhaltige Farm.

Den Großteil meines Freiwilligendienstes habe ich in der Schule verbracht. Gemeinsam mit den Schülerinnen habe ich gelesen, Lernstandstests (Assessments) in Englisch sowie Mathematik durchgeführt und die Lehrer im Unterricht unterstützt. Mein persönliches Herzensprojekt war mein Schwimmkurs: Da Bagamoyo direkt an der Küste liegt, aber die wenigsten Menschen schwimmen können, habe ich den Schülerinnen den sicheren Umgang im Wasser beigebracht – eine Erfahrung, die mir unglaublich viel bedeutet hat. Neben dem Schulalltag habe ich die Social-Media-Kanäle des Projekts betreut und alle paar Monate die Sponsorenbriefe der Kinder gesammelt und verschickt.

Eintauchen in den Farmalltag

Um alle Facetten von The Baobab Home kennenzulernen, habe ich außerdem einige Wochen auf der Farm mitangepackt. Obwohl dort bereits viele lokale Farmarbeiter*innen die tägliche Routine stemmen, gab es auch für mich viel zu tun: Ich habe Gemüse gepflanzt, gegossen und geerntet sowie die Hühner gefüttert, ihren Stall gesäubert und Eier gesammelt. Auch das Ausmisten des Kuhstalls, das Füttern der Fische und die Arbeit mit den Black Soldier Flies (BSF) gehörten dazu.

Diese Black Soldier Flies sind Teil eines faszinierenden Kreislaufs: Das Farmgemüse wird für das tägliche Mittagessen der Kinder und Mitarbeitenden genutzt. Die Essensreste landen auf dem Kompost und werden an die BSF-Larven verfüttert. Sobald die Larven groß genug sind, dienen sie als nährstoffreiches Futter für die Fische und Hühner. Zudem erzeugt der Kuhdung Biogas, das direkt in der Küche zum Kochen verwendet wird. Es war beeindruckend, dieses durchdachte Ökosystem hautnah mitzuerleben und aktiv mitzugestalten.

Schülerinnen und Schüler von The Baobab Home sitzen gemeinsam unter Bäumen, während ein Mitarbeiter eine große blaue Fahne hält
Freiwillige bereitet in einem Klassenraum von The Baobab Home Lern- und Unterrichtsmaterialien vor, während Kinder im Hintergrund zu sehen sind
Schülerin sitzt auf dem Schulgelände von The Baobab Home und arbeitet mit einem bebilderten Lernmaterial

Leben und Ankommen in Bagamoyo

Auch abseits der Arbeit habe ich die Zeit vor Ort aus vollem Herzen genossen. Nach der Schule ging es oft an den Strand, in ein gemütliches kleines Café oder auf einen Abendspaziergang durch meine Straße. Genau diese kleinen Alltagsroutinen und die Herzlichkeit der Menschen haben Bagamoyo für mich schnell zu einem zweiten Zuhause gemacht. Wenn mir nach etwas mehr Trubel war, habe ich das Wochenende im gut eineinhalb bis zwei Stunden entfernten Daressalam verbracht.

Mein Fazit für zukünftige Freiwillige

Ich kann allen zukünftigen Freiwilligen nur ans Herz legen, die Landessprache zu lernen und eigene Ideen oder Projekte umzusetzen – so wie mein Schwimmprojekt. Solche Aufgaben bereichern nicht nur den Alltag, sondern lassen einen auch persönlich über sich hinauswachsen.

Ich bin unendlich dankbar für diese wertvolle Zeit, die familiäre Atmosphäre bei The Baobab Home und die vielen wunderbaren Begegnungen. Ich habe Tansania von einer ganz neuen Seite kennengelernt und unzählige Erinnerungen gesammelt. Für mich steht fest: Ich werde definitiv zurückkehren!

Gruppe von Schülerinnen und Schülern lernt gemeinsam mit zwei Erwachsenen im Schatten eines großen Baumes in Bagamoyo
Zwei Freiwillige und ein Mitarbeiter stehen gemeinsam in der Küche von The Baobab Home in Bagamoyo
Freiwillige sitzt mit einem Ordner und Unterlagen auf dem Schulgelände von The Baobab Home in Bagamoyo

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